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RESPEKT in Ilmenau

 

 

Am Mittwoch, 13. Mai fand die vierte Runde der Respekt-Aktion im Staatlichen Berufsbildungszentrum in Ilmenau statt. Diesmal leitete Herr Wessels, der Chefredakteur des Freien Wortes, die Diskussion.

 

Unterstützt wurde er von zwei Herren vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz, die mit aktuellen Statistiken und Erfahrungen über die rechte Szene in der Region Mitteldeutschland und bundesweit die ca. 70 Schülerinnen und Schüler informierten. Nach der Begrüßung und dem Videobeitrag von MDR Sputnik erklärten sie, dass die NPD als bekannteste, rechtsextreme Partei bei den bald anstehenden Kommunalwahlen eine wachsende Rolle spiele. Dies hänge unter anderem mit der Abschaffung der 5%-Grenze bei diesen Wahlen zusammen.

 

Bei der Frage nach eigenen Erlebnissen mit Rechtsextremismus meldete sich ein Schüler zu Wort, der in der Vergangenheit selbst dieser Szene angehörte und einige seiner Erfahrungen ins Gespräch einbrachte.

 

Er habe mit der Gruppe, nach Alkoholkonsum, häufiger in der Stadt Ausländer, Punker oder andere, die nicht in die bekannte Ordnung der Rechten passen, angepöbelt.

 

Als die körperliche Gewalt dann aber überhand nahm, sei er ausgestiegen und habe mit dem Thema abgeschlossen.

 

Als es um die Frage des Wegsehens bei gewalttätigen Übergriffen gegen Ausländer ging, beschrieb eine andere Schülerin ein Erlebnis, bei dem ein Mitbürger mit anderer Hautfarbe von einer Gruppe Nazis zusammengeschlagen wurde.

 

Sie erklärte, dass es in solchen Fällen eher nutzlos ist, die Polizei anzurufen, da diese niemals rechtzeitig eingreifen könne.

 

Stattdessen habe sie in umliegenden Läden nach Sicherheitsmännern gerufen, die dem Opfer schneller helfen konnten.

 

 

 

Außerdem stellte die Schülerin fest, dass Ausländer nicht gleich Ausländer ist, und es nicht nur Ausländer gebe, die sich in Deutschland nicht integrieren wollen, sondern auch andere, die hier schon sehr lang oder seit ihrer Geburt lebten, wirklich arbeiten und Fuß fassen wollen.

 

Hier sollte differenziert werden.

 

 

 



Als augenscheinliches Zeichen gegenseitigen Respekts saßen in dieser Gesprächsrunde alle Teilnehmer auf Sitzkissen auf dem Boden, um in gleicher Augenhöhe den Dialog zu suchen.